Verhandlung um Zukunft der Kudamm-Bühnen begonnen
Verhandlung um Zukunft der Kudamm-Bühnen
Theaterleiter Martin Woelffer begrüßt Annäherung zwischen Bezirk und Investor und drängt auf eine schnelle Entscheidung
Berlin, 27. Mai 2009 - Zur Zukunft der Kudamm-Bühnen und der Neugestaltung des Kudamm-Karrees haben sich am gestrigen Dienstag in Berlin Vertreter des irischen Investors Ballymore Properties und Baustadtrat Klaus-Dieter Gröhler getroffen. Martin Woelffer begrüßt die Annäherung beider Seiten: „Es ist wichtig, dass nun konstruktive Gespräche mit dem Bezirk geführt werden. Denn wir brauchen dringend eine Entscheidung. Ich wünsche mir, dass sich auch die Bezirksverordneten von Charlottenburg-Wilmersdorf gegenüber den Plänen des Investors aufgeschlossen zeigen. Gut und richtig ist, dass sich der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit in die Debatte um das Kudamm-Karree und damit um die Zukunft der von mir geleiteten Kudamm-Bühnen zu Wort gemeldet und seine Meinung klar und deutlich zum Ausdruck gebracht hat.
Ich bin überzeugt davon, dass der irische Investor Ballymore Properties und wir mit dem Berliner Senat einen Partner haben, der nicht nur das Gesamtvorhaben, sondern im Besonderen das Theater, meine Familie und mich als Theaterbetreiber in jeder Phase unterstützen und die Zukunft des Theaterstandortes mit aller Kraft sichern wird.
Ich möchte nochmals betonen, dass mein Vater und ich immer den Erhalt der Theater im Fokus hatten und wir in der Vergangenheit mit ehemaligen Eigentümern der Immobilie sehr schmerzhafte Erfahrungen machen mussten. Erst die Pläne des neuen Investors haben uns überzeugt. Daher haben wir dem Vorschlag Ballymores im Herbst letzten Jahres zugestimmt. Hier soll ein architektonisch herausragendes Theater entstehen, das Tradition mit Moderne verbinden wird. Und es bietet uns unter schwersten gegenwärtigen Bedingungen die einzige reelle Chance auf eine wirtschaftliche Zukunft. Ein Angebot, dass unter den gegebenen Umständen und der aktuellen wirtschaftlichen Situation alles andere als selbstverständlich ist. Gleichzeitig ist im Laufe der Zeit das Vertrauen zum Projekt, zum Unternehmen und zur Führung von Ballymore gewachsen.
Ich kann versichern, dass es nicht leicht war, von der Idee des Erhaltes der beiden historischen Theater am Kurfürstendamm los zu lassen. Doch ich bin jetzt offen und bereit für das Neue.
Kein Sprechtheater in Deutschland hat so viele Besucher wie die Theater am Kurfürstendamm. Es wäre mehr als schmerzlich, diese Chance zu vertun. Wir brauchen eine künstlerische Planungssicherheit und eine wirtschaftliche Perspektive. Ballymore bietet sowohl das eine als auch das andere. Nur mit einer klaren Perspektive und mit einem wirtschaftlich tragbaren Konzept kann der Theaterstandort am Kurfürstendamm auch in Zukunft der beliebteste in Deutschland sein.“
Zum Hintergrund
Theater und Komödie am Kurfürstendamm wurden von Max Reinhard gegründet und vom bekannten Theaterarchitekten Oskar Kaufmann entworfen. Die beiden Boulevardtheater haben eine über 80-jährige Geschichte. Martin Woelffer leitet die beiden Bühnen in dritter
Generation. In den 70er Jahren wurden die Theater umbaut und in das Kudamm-Karree eingebettet. Ende 2005 kündigte der damalige Besitzer, die DB Real Estate, die Mietverträge der beiden Theater zum 31.12.2006. Im Juni 2006 verlängerte die DB Real Estate die Mietverträge für beide Theater bis zum 30. Juni 2007. Im Dezember 2006 verkaufte die DB Real Estate das Kudamm-Karree in einem Immobilienpaket von 60 Objekten an den Private-Equity-Fonds Fortress. Letzterer verlängerte Anfang April 2007 den Vertrag für das Theater am Kurfürstendamm bis zum 15. Januar 2008 und für die Komödie bis 30. Juni 2008. Für beide Theater gibt es keinen Denkmalschutz und ein ehemals vorhandenes Nutzungsrecht wurde vom Berliner Senat an Ende der 90er Jahre an den damaligen Besitzer veräußert, wie Finanzsenator Sarrazin im Sommer 2007 im Berliner Abgeordnetenhaus bestätigte.
Im September 2007 veräußerte Fortress das Kudamm-Karree an die irische Ballymore Properties Ltd., einen der größten europäischen Projektentwickler in den Bereichen Hotel, Büro, Einzelhandel und Wohnen. Das Unternehmen ist neben Irland und Großbritannien in Tschechien, China, Russland und Ungarn aktiv. Das Kudamm-Karree ist das erste Objekt, das Ballymore in Deutschland erworben hat.
