Empfehlung, die Komödie am Kurfürstendamm 2010 einmalig mit 330.000 Euro zu fördern
Empfehlung zur einmaligen Förderung von Komödie am Kurfürstendamm im Jahr 2010 über 330.000€
Theaterdirektor Martin Woelffer: „Ich werde nicht aufhören, für eine kontinuierliche Förderung zu kämpfen.“
Berlin, 3. September 2009 – Laut dem Gutachten der Jury zur Evaluation der Neuvergabe der Konzeptförderung für die Jahre 2011-2014 haben „Produktionen am Puls der Zeit“ die Kommission davon überzeugt, dem Berliner Senat die einmalige Förderung der Komödie am Kurfürstendamm im Jahr 2010 zu empfehlen. Martin Woelffer, der Theaterdirektor, ist froh über die Entscheidung, räumt jedoch ein, dass er weiterhin für eine kontinuierliche Förderung der Theater kämpft: „Wir möchten der Kommission ausdrücklich dafür danken, dass unsere Arbeit der letzten Jahre wahrgenommen und jetzt auch auf besondere Weise gewürdigt wurde. Das ist ein wichtiges Signal für uns, diese Arbeit fortzusetzten. Es ist ist die nun auch offizielle Anerkennung, dass in den Kudamm-Theatern nicht nur Tradition und Theatergeschichte lebt, sondern dass hier modernes großstädtisches Unterhaltungstheater am Puls der Zeit gemacht wird. Mein Team und ich haben seit 2004 daran gearbeitet, den Spielplan und das Image der Komödie zu verändern. Auch in diesem Jahr haben wir mit Inszenierungen wie >Fisch zu viert<, >Wie es euch gefällt<, >Shoppen< und >Zille< gezeigt, was wir können. Das ZDF hat Katharina Thalbachs Inszenierung von >Wie es euch gefällt< für den Theaterkanal aufgezeichnet. Die Regisseurin, die in dem Shakespeare-Klassiker selbst auf der Bühne steht, wird mit dem Publikumspreis Goldener Vorhang geehrt - wie auch Walter Plathe für seine Darstellung des Zille im gleichnamigen Stück von Horst Pillau.
Seit ich vor gut fünf Jahren die Intendanz übernommen habe, ist es eine Arbeit am Abgrund des Nichtwissens wie es weitergeht. Wir haben trotzdem weitergemacht und waren kreativ unter Umständen, die nicht gerade förderlich waren und dementsprechend wirtschaftlich heikel und bedrohlich. Ich danke meinen Mitarbeitern und allen Künstlern vom Kurfürstendamm für ihre hervorragende Arbeit, die wir in Zukunft natürlich fortsetzen werden.
Seit einigen Jahren registriere ich, dass subventionierte Theater in unseren >Gewässern fischen<. Bühnen mit festen Ensembles engagieren zusätzlich Gaststars, um Auslastung und Einnahmen zu erhöhen. Immer mehr subventionierte Theater wagen sich auf das Komödienparkett und konkurrieren mit uns um Stücke, Schauspieler und Regisseure. Oft ziehen wir dabei den kürzeren, denn ein subventioniertes Haus kann höhere Gagen zahlen als eines, das privat finanziert ist.
Unsere Ticketpreise sind günstig, aber mit denen der subventionierten Theater können wir nicht konkurrieren: Abonnements, bei denen die Tickets für 5€ zu haben sind, können wir uns nicht leisten, denn wir müssen kostendeckend arbeiten. Der verzerrte und ungleiche Wettbewerb muss aufhören. Ich fordere eine dauerhafte Gleichbehandlung mit allen vergleichbaren Theatern in der Stadt.
Ich bin erleichtert darüber, dass die Jury nun vorgeschlagen hat, uns einmalig mit 330.000 € zu fördern. Das zeigt mir, dass wir künstlerisch auf dem richtigen Weg sind. Damit wir den auch weiterhin erfolgreich fortsetzen können, werde ich nicht aufhören, für eine kontinuierliche Förderung zu kämpfen.“
