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Jochen Reize
Helmut Baumann
... begann seine Tänzerlaufbahn Anfang der 60er Jahre an der Hamburger Staatsoper und arbeitete in dieser Zeit unter anderem mit Choreographen wie George Balanchine und John Cranko zusammen. Er gastierte u. a. an Opernhäusern in Düsseldorf, Berlin und München und gründete 1970 das Tanzforum Köln, dessen Ballettdirektor er bis 1972 war. Parallel dazu sammelte er erste Erfahrungen als Regisseur. Schnell wurde Boy Gobert auf ihn aufmerksam und holte ihn an das Thalia Theater Hamburg, wo er dann jahrelang als Regisseur zum Team gehörte.Ende der 70er war Baumann bereits ein gefragter Regisseur, der die Gratwanderung zwischen Musik- und Sprechtheater sowie zwischen Oper und Musical beherrschte. Er inszenierte u. a. an der Volksoper Wien, dem Theater an der Wien sowie dem Wiener Volkstheater, dem Opernhaus Zürich, dem Berliner Schillertheater, dem Schloßparktheater, der Deutschen Oper sowie am Münchener Residenztheater und arbeitete an renommierten Bühnen in Hannover, Köln, Bremen Nürnberg, Augsburg und Wuppertal.
Besonders als Musicalregisseur fand er in dieser Zeit Beachtung: Er inszenierte die Deutschen Erstaufführungen von „Chicago“ sowie von „Ich steig aus und mach ´ne eigene Show“ und übernahm auch die Übersetzungen, führte Regie bei Stücken wie „Sweet Charity“, „Kiss me Kate“, „Drei Musketiere“, „Jesus Christ Superstar“, „Anatevka“, „Happy End“ und „Richard Korkbein“.
1984 kehrte Baumann in seine Heimatstadt Berlin zurück, wo er künstlerischer Leiter des Theater des Westens wurde. Später machte man ihn zum Intendanten des Hauses, an dem er seine Vorstellungen von unterhaltendem Musiktheater unter idealen Bedingungen verwirklichen konnte. Der Spielplan bot Broadway-Opern wie „Porgy and Bess“, „Street Scene“, Musicals wie „My Fair Lady“, „Grandhotel“, „Gypsy“ und „Cabaret“, Uraufführungen wie „Eins, Zwei, Drei“ und „Der blaue Engel“, bis hin zu Zeitrevuen wie „Ufa-Revue“ oder die „Kurt-Weill-Revue“. Letztere sowie die Produktion „La Cage aux Folles“ wurden zu nationalen und internationalen Gastspielauftritten eingeladen. Stationen waren u. a. das Züricher Opernhaus, die Hamburger Staatsoper, die Ruhrfestspiele, das Kennedycenter Washington sowie das Théātre de l´Odéon Paris.
Spätestens seit der deutschen Erstaufführung von „La Cage aux Folles“ 1985 kennt man Helmut Baumann auch als Schauspieler. Seiner gefeierten Darstellung der Rolle Albin/Zaza fügte er prägnante Figuren wie Henry Higgins (My Fair Lady), Alfred Kringelein (Grand Hotel), Conferencier (Cabaret) und Toddy (Victor/Victoria) hinzu.
1999 gab Baumann seinen Rückzug aus dem Theater des Westens bekannt.
Seitdem arbeitet er als freier Regisseur und Schauspieler in München, Bremen, Berlin und Wien.
2007 eröffnete seine hoch gelobte Produktion von „Orpheus in der Unterwelt“ die Saison an der Volksoper Wien unter der neuen Leitung Robert Meyer/Dr. Reiner Schubert.
Für das Theater am Kurfürstendamm inszenierte Baumann die Musicals „Swinging Berlin – Tanzen verboten“ und „Das Apartment“, in denen er auch auf der Bühne stand.
Im September 2011 wird er als Hubert von Meyerling im Musical „Sunset Boulevard“ bei den Festspielen Bad Hersfeld zu sehen sein.
